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Mitte Oktober, und im Drogeriemarkt stand heute schon der erste Katzen-Adventskalender im Regal, direkt neben den Lebkuchen. Ich hab ihn umgedreht, die Zutatenliste gelesen und ihn zurückgestellt. Auf dem Heimweg war klar, es werden wieder Tüten, so wie in den letzten beiden Jahren.
Online sieht es nicht besser aus, dreißig bunte Kartons und wenig dazu, was hinter den Türchen steckt. Und das ist eigentlich die einzige Frage, die mich interessiert, bevor ich Geld für einen Karton mit Katze im Weihnachtsmützchen ausgebe.
Meistens Snacks, klar, kleine Portionen aus dem normalen Sortiment des Herstellers, manchmal ergänzt um ein Spielzeug. Die Frage ist, was in den Snacks drin ist und wie viel davon.
Dreh den Kalender um. Auf der Rückseite steht die Zusammensetzung, meistens klein, manchmal so klein, dass ich die Packung ans Fenster halte, und da steht dann mehr Wahrheit als vorne auf der Katze mit der Mütze. Wer stellt sich im Drogeriemarkt hin und liest das Kleingedruckte auf einem Katzenkalender? Ich, seit zwei Jahren.
Was mich an der Liste heute geärgert hat, war der Zucker. Der stand da nicht mal als Zucker, sondern als Glukosesirup, an vierter Stelle, noch vor dem Fleisch. An vierter Stelle! Katzen brauchen das nicht, sie schmecken Süßes nicht mal richtig, es dient der Farbe und der Haltbarkeit. Davor standen Weizen und pflanzliche Nebenerzeugnisse, ohne dass da steht, welche, und so sieht es bei fast jedem dieser Kalender aus. Nicht automatisch schlecht, du weißt halt nicht, was drin ist, und was die Begriffe genau heißen, steht unter getreidefrei und zuckerfrei erklärt.
Wie viel hinter jeder Klappe steckt, schau ich mir auch an. Manche Kalender haben da eine komplette Handvoll, andere zwei Stück, und zwei Stück sind für eine Vier-Kilo-Katze die ehrlichere Menge.
Steht Zucker in den ersten fünf Zutaten oder kannst du bei drei Zutaten nicht sagen, was das sein soll, stell den Kalender zurück.
Die Frage kam letztes Jahr beim Impftermin, ganz nebenbei, und ich hatte, ehrlich gesagt, nicht nachgerechnet.
Die Regel, die ich seitdem im Kopf hab, heißt zehn Prozent, und zwar vom täglichen Energiebedarf, nicht vom Gewicht der Portion. Bei einer Vier-Kilo-Katze sind das grob 20 bis 25 Kilokalorien am Tag. Und wie viel ist das in Snacks? Je nach Sorte ein paar Stücke oder ein kleiner Beutel, dann ist das Kontingent durch. Der Artikel Wie viele Snacks am Tag rechnet dir das für deine Katze vor.
24 Tage hintereinander jeden Morgen eine Handvoll ist keine kleine Extra-Freude mehr, das ist eine Diät in die falsche Richtung. Und wenn im Dezember noch Besuch kommt und jemand heimlich Schinken unter den Tisch reicht, wird es richtig viel.
Deshalb kommen bei uns in jede Tüte kleine Portionen, ein Stück, vielleicht zwei, sagen wir mal ein Teelöffel voll. Juri rennt bei Tüte 3 genauso an wie bei Tüte 24, und ob da ein Stück drin liegt oder fünf, merkt der gar nicht, der hört nur das Rascheln. Danach trägt er die leere Tüte durch die Wohnung und legt sie vor die Schlafzimmertür. Sonst sind es meine Socken, die da morgens liegen. Das Rascheln ist für ihn mindestens die halbe Freude, ein Grund mehr, nicht zu viel reinzutun.
Bei einer Katze mit Übergewicht oder Diätfutter würde ich die Türchen vorher mit dem Tierarzt durchgehen, sonst ist der Kalender schnell mehr Futter, als der Plan erlaubt.
Für 24 Türchen brauchst du nicht 24 verschiedene Dinge. Das war mein Denkfehler letztes Jahr, als ich im November mit einer Liste durch drei Läden gerannt bin. Fünf bis sechs Snack-Sorten reichen völlig, dazu zwei oder drei Spielzeuge, der Rest sind Türchen ohne Futter, und die sind oft die besseren.
Fünf oder sechs Sorten, am besten verschiedene Proteinquellen und Formen. Bei uns sind das getrocknete Fischstückchen, ein Hühnerfilet zum Zerbröseln, irgendwas Knuspriges, ein weicher Streifen zum Teilen und eine Sorte, die beide noch nicht kennen. Jede Sorte landet dann vier bis fünf Mal im Kalender, in winzigen Portionen, eine Packung reicht meist locker für alle Türchen dieser Sorte. Was Zucker drin hat, bleibt im Laden, da gilt dasselbe wie beim fertigen Kalender.
Zwei oder drei kleine Sachen, eine Spielmaus oder ein Ball mit Glöckchen, so was. Nichts Großes, es muss in die Tüte passen, und bei Katzen-Geschenken gewinnt am Ende sowieso der Karton. Ich verteile die Spielzeuge auf die Wochenenden, weil ich dann Zeit hab, auch mitzuspielen.
Die mag ich am liebsten. Zum Beispiel eine Spielminute, bei der das Handy in der Küche bleibt, oder der alte Schuhkarton an einer neuen Stelle (im Flur statt im Wohnzimmer, das reicht völlig). Ein freigeräumter Fensterplatz mit Decke, wo vorher die Pflanze stand, zählt auch, und Bürsten, falls deine Katze das mag. Für diese Türchen kommt einfach ein Zettel in die Tüte, für mich.
Letztes Jahr hat mich die Rechnung überrascht, und zwar nach unten. Was du brauchst, mit dem, was ich dafür ungefähr bezahlt hab:
Macht zwischen 25 und 45 Euro für den ganzen Kalender, also grob 1 bis 2 Euro je Türchen, und die Snacks reichen dabei fast immer bis in den Januar, weil du ja nur winzige Portionen abfüllst.
Basteln kann ich nicht, trotzdem ist so ein Kalender in einer Stunde fertig, mit einer Serie im Hintergrund und einer Katze, die die Tüten durch die Küche schiebt.
Die Schnur spann ich straff und außer Reichweite, lose Fäden hängen bei uns keine, weil verschluckte Schnüre für Katzen gefährlich sind, und auf Katzenhöhe bleibt der Kalender nicht hängen, wenn keiner im Zimmer ist. Ob Schnur oder Ast, ist egal (unserer ist ein Stück Treibholz vom Strand, das seit drei Jahren im Keller überwintert).
Säckchen oder Papiertüten ist Geschmackssache. Die Säckchen kannst du jedes Jahr wieder nehmen, die Papiertüten sind billiger und dürfen hinterher zerlegt werden. Ich hab beides gemischt, weil ich beim Säckchenkauf irgendwann aufgehört hab zu zählen.
Vor zwei Jahren lag ich bis zum ersten Advent mit Grippe flach, und der Kalender war eine Probierbox mit mehreren Sorten und zwanzig Minuten Tütenfüllen am Abend des 30. November. Das ging ganz schön gut, besser als gedacht sogar. Unter Snack-Sets findest du solche Boxen, falls du keine Lust auf fünf Einzelpackungen hast.
Bei Kitten unter einem halben Jahr fülle ich mehr Türchen ohne Futter, also Spielzeug und Karton, und für die paar mit Snacks gilt, was im Kitten-Ratgeber steht: wenig, weich, und im Zweifel kurz in der Tierarztpraxis nachfragen.
Bei uns hängen zwei Reihen, weil Lotte sonst nicht zum Zug kommt, Juri steht einfach schneller vor der Tüte. Wenn sich deine Katzen den Napf friedlich teilen, reichen auch zwei Portionen in einer Tüte. Dann aber beide dazurufen, sonst frisst eine für zwei.
Erstmal nicht wegwerfen. Viele Katzen brauchen drei, vier Anläufe, bis sie was Neues akzeptieren. Wenn es dann immer noch nicht klappt, verschenk die Packung weiter, Lottes Hühnerstückchen gehen jedes Jahr an den Kater meiner Kollegin.
Ich fang mit Tee und einem Stapel Papiertüten an, Lotte wird wie immer auf dem Laptop sitzen, weil sie da nicht hingehört. Wenn du selbst befüllst, dreh jede Packung um, bevor sie in die Tüte kommt. Falten geht nebenbei, lesen nicht.
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